Für den Bau eines Megawatts Freiflächen-PV gibt es keinen seriösen Einheitspreis für ganz Europa. Eine pauschale Zahl ignoriert den Unterschied zwischen einer ebenen, gut zugänglichen Fläche mit Maschinen des Auftraggebers und einem abgelegenen Standort mit Baugrundverbesserung, langen Kabelwegen und vollständiger Mobilisierung. Entscheidend ist daher nicht der universelle Preis, sondern welche Leistungen und Standortbedingungen darin enthalten sind.

Zuerst die Leistungsgrenze definieren

Ein Preis pro MW kann nur Modul- und Gestellmontage, ein umfassendes BoP-Paket oder eine komplette EPC-Leistung bezeichnen. Angebote lassen sich erst vergleichen, wenn Engineering, Beschaffung, Tiefbau, Rammarbeiten, Unterkonstruktion, DC-/AC-Kabel, Trafostationen, Zaun, CCTV, Prüfung, Inbetriebnahme und Bestandsdokumentation getrennt ausgewiesen sind.

Ebenso muss klar sein, wer Module, Konstruktion, Wechselrichter, Transformatoren, Maschinen, Kraftstoff, Unterkünfte, Bewachung und Baustrom bereitstellt. Eine Verantwortungsmatrix verhindert versteckte Lücken und spätere Nachträge.

Baugrund und Gelände steuern die Leistung

Das Baugrundgutachten ist eine kaufmännische Grundlage. Dichte oder felsige Schichten reduzieren die Rammleistung und können Vorbohren oder andere Fundamente erfordern. Weicher Boden, Gefälle, Entwässerung und enge Fahrkorridore beeinflussen Maschinenwahl und Produktivität. Auszieh- und Querlastversuche sollten Pfahl und Einbauverfahren vor der Serienmontage bestätigen.

Auch die Topografie bestimmt Planierung, Reihenanordnung und Kabellängen. Ein auf dem Plan effizientes Layout kann auf der Baustelle deutlich mehr Tiefbau und Montagezeit auslösen.

Logistik, Netz und lokale Vorgaben

Mobilisierung hängt von Land, Entfernung, Projektgröße, Bauablauf und Zufahrt ab. Mehrere kleine Teilflächen verursachen meist höhere Fixkosten pro MW als ein zusammenhängender Standort. Bei neuen Leitungen, Mittelspannungsarbeiten oder zusätzlichen Studien kann der Netzanschluss einen wesentlichen Budgetanteil bilden.

Genehmigungen, Umweltauflagen, Regenwassermanagement, Arbeitszeiten, lokale Personalvorgaben und Dokumentationspflichten unterscheiden sich je Markt und müssen vor einem verbindlichen Angebot geklärt sein.

Was eine gute Kalkulation enthalten muss

Eine belastbare Frühkalkulation nennt die Bezugsgröße in MWp/MWac, konkrete Arbeitspakete, Ressourcen des Auftraggebers, Produktivitätsannahmen, Terminplan, Ausschlüsse und den Umgang mit unbekannten Bodenverhältnissen. Fixe Mobilisierungskosten müssen von skalierbaren Montagekosten getrennt werden.

Nemesis Solar veröffentlicht deshalb keine künstliche europaweite Preisspanne. Mit Layout, Leistung, Land, Termin, Baugrunddaten und Leistungsumfang erstellen wir eine projektspezifische Kalkulationsbasis und zeigen die größten Kostentreiber.

/ FAQ

Ist eine Kalkulation vor der Ausführungsplanung möglich?

Ja. Mit Leistung, Land, Vorlayout, Leistungsumfang und bekannten Standortbedingungen ist eine Budgetkalkulation möglich; Annahmen und Ausschlüsse müssen klar benannt sein.

Senken Maschinen des Auftraggebers den Preis?

Das ist möglich. Maschinen, Kraftstoff, Unterkünfte oder Baustelleninfrastruktur werden aus dem Auftragnehmerumfang herausgerechnet und in der Kalkulation berücksichtigt.