Nemesis Solar realisierte als Nachunternehmer des Generalunternehmers sein erstes Pilotprojekt im schwedischen Utility-Scale-Segment: Montage und Inbetriebnahme eines Solarparks mit 30 MW Leistung. Der Auftrag verband mechanische Montage, Elektroarbeiten und Inbetriebnahme. Die entscheidende Herausforderung war felsiger Baugrund, durch den ein Teil der Pfähle nicht auf die geplante Tiefe gerammt werden konnte.
Rolle und Leistungsumfang
Unser Team führte die Arbeiten im Auftrag des Generalunternehmers aus. Zum mechanischen Paket gehörten Zusammenbau und Montage der Tragkonstruktion sowie die Installation der Photovoltaikmodule.
Der elektrotechnische Umfang umfasste Kabelverlegung, Erdungsanlage, Schutzwellrohre sowie Montage und Anschluss der Wechselrichter. Bei der Inbetriebnahme führte das Team Kontroll-, Mess- und Prüfleistungen an den elektrischen Stromkreisen durch.
Die Herausforderung: Fels vor der Solltiefe
Die wesentliche technische Randbedingung war der steinige Untergrund. Mit dem Standard-Rammverfahren erreichte nicht jeder Pfahl die geplante Einbindetiefe. Eine identische Behandlung aller Pfähle hätte ihre tatsächliche Tragfähigkeit ignoriert und unnötige Nacharbeit erzeugt.
Deshalb wurde ein kontrollierter Entscheidungsweg umgesetzt: zuerst die Tragfähigkeit prüfen und anschließend auf Grundlage der Messergebnisse die geeignete Maßnahme auswählen.
Schritt 1 — Ausziehversuche
An den betroffenen Pfählen wurden kontrollierte Pull-out-Tests durchgeführt. Sie zeigten, ob ein oberhalb der Solltiefe gestoppter Pfahl trotzdem die geforderten Tragfähigkeitswerte erfüllte.
Damit wurden nachweislich tragfähige Pfähle von Pfählen mit Verstärkungsbedarf getrennt. Die Prüfergebnisse bildeten eine objektive und dokumentierbare Grundlage für das weitere Vorgehen.
Schritt 2 — Kürzen bestandener Pfähle
Pfähle, welche die Anforderungen erfüllten, wurden auf das Projektniveau gekürzt. So konnte die vorgesehene Geometrie der Unterkonstruktion hergestellt werden, ohne einen bereits als tragfähig geprüften Pfahl auszutauschen.
Der Ablauf verband statischen Nachweis und praktische Montage: prüfen, freigeben, kürzen und an die mechanische Montage übergeben.
Schritt 3 — zusätzliche Betonverstärkung
Wenn ein Pfahl die Kontrollprüfung nicht bestand, wurde sein Fundament zusätzlich betoniert. Diese Korrektur stellte die erforderliche Verstärkung her und ermöglichte die Fortführung der Arbeiten entsprechend den Projektvorgaben.
Mit zwei ergebnisabhängigen Wegen—Kürzen nach bestandener Prüfung oder Verstärken nach nicht bestandener Prüfung—passte das Team die Montage an wechselnde Bodenbedingungen an.
Drei Gewerke in einem Leistungspaket
Das Projekt in Schweden bestätigte unsere Fähigkeit, mechanische Montage, Elektroarbeiten und Inbetriebnahme innerhalb eines Nachunternehmerpakets zu koordinieren. Zugleich entstand ein praxiserprobter Umgang mit schwierigem Baugrund: reale Leistung messen, Entscheidung dokumentieren und die passende technische Korrektur umsetzen.
Der 30-MW-Solarpark wurde damit zu einer wichtigen ersten Referenz von Nemesis Solar in Schweden und zum Nachweis lösungsorientierter Arbeit unter anspruchsvollen Standortbedingungen.
/ FAQ
Welche Rolle hatte Nemesis Solar im Projekt?
Nemesis Solar arbeitete als Nachunternehmer des Generalunternehmers und übernahm im beauftragten Umfang mechanische Montage, Elektroarbeiten, Messungen und Tätigkeiten zur Inbetriebnahme.
Wie wurden Pfähle behandelt, die die Solltiefe nicht erreichten?
Die Pfähle wurden Ausziehversuchen unterzogen. Pfähle mit ausreichender Tragfähigkeit wurden auf Projektniveau gekürzt; bei nicht bestandener Prüfung wurde das Fundament zusätzlich betoniert.

